Akquise für freie Texter

Akquise für Texter

Akquise für Texter © Pixel – Fotolia.com

Welche Möglichkeiten habe ich und was steht mir gerade zu Beginn meiner Tätigkeit offen?

Zu Anfang meiner beruflichen Laufbahn bin ich die Plattform Textbroker aufmerksam geworden, sodass ich mich dazu entschied, mit dem Schreiben etwas hinzuzuverdienen. So oder auch auf andere Weise fangen viele freie Texter an. Mancher Texter beginnt auf eine andere Art, aber als Quereinsteiger und aus der Praxis lernt man die wertvollsten Lektionen.

Derartige Plattformen mögen für viele Texter einen guten Einstieg darstellen, doch auch ich musste feststellen, dass die Methoden dieser Text-Vermarktungsgesellschaft, auf lange Sicht, eher das bisherige Denken in Deutschland nur noch mehr bestätigen. Die Weiterentwicklung als Texter wird damit sogar behindert. Sehen Sie dazu auch den Artikel „Warum Contentplattformen die Preise kaputtmachen“.

Da es wichtig ist, sich nicht nur auf eine „Finanzierungsquelle“ zu verlassen, informierte ich mich über andere Akquise-Möglichkeiten um, und wurde fündig: Als in die Selbstständigkeit startende freie Texterin galt es, Kunden zu gewinnen, die Texte zu schätzen wissen und diese so vergüten, dass es für mich, als Kreative und Schreibverrückte, möglich ist, davon ein Einkommen bestreiten zu können.

Ich akquirierte also über die Texterjobboerse, Bloggerjobs, Seojobboerse, fernarbeit.net oder auch machdudas.de. Hier gewann ich, nach und nach, Kunden, die auch immer wieder kamen, um originellen Text zu buchen. Auch andere Börsen im Netz, wie beispielsweise das Berufsnetzwerk Xing.de bieten tolle Möglichkeiten, die Kreativität zu entfalten und neue Kontakte zu knüpfen.

Am Anfang steht die Konsistenz

Am Anfang der Selbständigkeit brauchen Sie Nerven wie Drahtseile. Sie könnten jeden Tag „Studentenfutter“ schaufeln oder jeden Morgen um halb zehn in Deutschland tonnenweise Nerven aufbauendes Knoppers genießen. Es hilft nichts. Sie können Kunden, hier und da, noch nicht richtig einschätzen, um gleich zu Beginn zu wissen, ob eine Zusammenarbeit denn überhaupt Sinn macht oder es gleich zuneige geht.

Ich persönlich empfehle mit niemandem zusammenzuarbeiten, der Ihnen eine unrealisierbare Vorschriftenliste übermittelt oder täglich mit neuen Anforderungen kommt, die die vereinbarten Konditionen auf keinen Fall rechtfertigen würden. Auch kann es vorkommen, dass Sie Auftraggeber erwischen, die, trotz vereinbarter Deadline, mehrere Tage davor Erinnerungs-Mails senden, obwohl Sie einen bestimmten Termin bereits zugesagt haben – denn auch das Beantworten dieser Emails kostet Zeit, die ein Texter doch viel lieber in das Texte schreiben aufwenden will und auch muss.

Wie bei jeder anderen Geschäftstätigkeit auch, können sich derartige Auftraggeber dann als säumige Zahler erweisen, die erst darauf pochen, ihre Texte zu bekommen aber dann eher trödeln, wenn es um die Bezahlung der Textdienstleistungen geht. Das ist traurig, dennoch sollten Sie nicht die Augen vor der Realität verschließen und sich einige Eckpunkte zu eigen machen, wenn Sie das wichtige Feingefühl für die „Chemie“ in der Zusammenarbeit (noch) nicht entwickelt haben.

Ich empfehle von folgenden Anzeigen oder Akquisen sowie Jargon in Mails, gerade beim Erst-Kontakt, die Finger zu lassen und keinen Auftrag zu vereinbaren, zum Schutz des Nervenkostüms und für den genießbaren Snack zwischendurch:

  • Bei individuellen Vereinbarungen geht der Kunde nicht auf Sie ein und/oder ignoriert Ihre prinzipiellen Geschäftsbedingungen. Jeder hat seine Prinzipien, die sich aber gegenseitig vereinbaren lassen, solange man dazu bereit ist. Das eigene Bauchgefühl als auch die Bereitwilligkeit, dem jeweiligen Gegenüber entgegen zu kommen, helfen enorm dabei, ob ein Auftrag angenommen werden soll oder nicht. 
  • Bei Bezahlungen von 1 Cent pro Wort 
  • Nicht vergütete Probetexte sollen geschrieben werden. Auch das kostet Zeit, und diese ist bekanntlich auch ihr Geld wert. Lassen Sie sich nicht darauf ein. Niemand arbeitet umsonst. 
  • Grammatikalisch und unsachlich formulierte Anzeigen sowie fehlende Adressangaben oder Fake–Namen. Prüfen Sie, ob die Signatur ordnungsgemäß ist, bevor Sie sich die Mühe machen, eine Antwort-Email zu schreiben. 
  • All das und noch Einiges mehr sind Anzeichen für spätere Quälereien. Denn die Harmonie im Berufsalltag – ob in direkter Zusammenarbeit vor Ort oder über Mails und Telefon – ist wichtig, um überhaupt die Energie aufzubringen, um für die, Lebensunterhalt sichernde, Arbeit, keine Fehler zu begehen und im Job kreativ und produktiv zu sein. Zu leisten, was gefragt ist.

Natürlich gibt es noch verschiedene Journalistenportale in denen Sie Ihren Textauftrag akquirieren können. Hier geht es, keine Frage, seriöser zu: Es zählt Leistung und Fachwissen. Die gute Bezahlung ist hier keine Diskussion wert.

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