Als Texter lernt man zur Allgemeinbildung dazu

Wissen und Allgemeinbildung

Wissen und Allgemeinbildung © Rainer Sturm / pixelio.de

Mit dem Texten ist es wie in jedem Beruf und erst recht in einem, in dem konzipiert wird: Mit Übung und Material kommt der Fluss. Es geht schneller voran und wir lernen dazu.

Wenn Sie Ihr Gründerjahr der Texterstellung hinter sich haben, werden Sie merken, wie viel schneller es doch in den letzten Monaten ging, wo es doch zu Beginn umso schleppender vorantrieb. Woran das liegt? An der Allgemeinbildung.

Als Texter können Sie natürlich nicht erst lernen im Blindschriftsystem auf Vertrauen die Tastatur kennenzulernen. Denn dann würde trotz Recherche das Textschreiben zu lang dauern. Am Anfang des Unternehmens stehen Sie aber mit wenig Allgemeinwissen da, es sei denn, Sie haben vorher schon einen gierigen Wissensdurst gestillt. Und Fachwissen haben wir alle.

Aber im großen Umfang des Schreibens und der Wirtschaft mit dem Tastaturklimpern reicht es nicht, ein Thema zu kennen, um sich das tägliche Euro-Pensum zusammenzuklimpern. Nein: Hier finden sich durch Recherche und einlesen und Schreiben mit der Zeit viele Themen so zusammen, dass sich die Themenbereiche festigen und Sie je nach Auftrag schneller eingearbeitet sind oder sogar frei schreiben können – je nachdem, wie oft Sie mit dem Thema schon vertraut sind. Das erleichtert nach meinem „Erkenntnisstand“ die tägliche Arbeit enorm und nimmt den Druck. Auch die verschiedenen Textgenres sind Ihnen mittlerweile bekannt und wie lange Sie für einen Text benötigen – daher lässt sich auch die Arbeitszeit besser einschätzen.

Die Allgemeinbildung festigen

Als Texter schreiben Sie an diesem und jenem Thema, nach einem festen Kundenstamm und Möglichkeiten von Textpools, aus denen Sie nicht sofort wieder herauskatapultiert werden, können sie auch ablehnen, wenn Ihnen ein Thema nicht so liegt. Denn da hilft es auch nichts, Allgemeinbildung zu lernen: Wenn ich von Technik und Autos keine Ahnung habe, fuchtele ich, suche ich, lese, forsche, schreibe, texte um, verwerfe und mische an den Wörtern bis eine ganze Stunde für einen 300-Wörter-Text vergangen ist. Weil Zeit auch Geld ist, geht das nicht.

Wenn ein Thema harmonisch in mein Repertoire passt oder ich mich damit anfreunden kann, dass der Stil und Inhalt auch dem Kunden gefällt und dieser entsprechend zahlt, spricht nichts dagegen, dass ich an so einem 300-Wörter-Text etwas länger hänge, allerdings auch nicht wirklich 60 Minuten.

Überall werden Texte gebraucht

Zum guten Schluss ist der Texterberuf nicht so anerkannt wie der des Webdesigners, des Konzeptioners. Daher sind Worte einfach alles, selbst im TV. Dort überwiegt zwar das Bild die Sicht der Dinge. Aber würden wir wegsehen oder nur Radio hören, sind wir auf die Kraft der Worte angewiesen. Daher wird jedes Genre auch ganz anders konzipiert.

Da hilft es neben dem Allgemeinwissen genau zu sensibilisieren, wie die Zielgruppe ist, wen ich ansprechen will und wie langlebig mein Text sein soll, damit meine Zielgruppe auch nicht davonläuft, sondern weiterliest und sich erinnert, meine Worte ausbreitet. Denn dann hat Textarbeit wirklich etwas geleistet und vollbracht und die Allgemeinbildung hat nicht nur mir für die Textkonzeption geholfen, sondern auch das Leserwissen erweitert.

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