Anekdoten beim Texte schreiben einsetzen

Anekdote ist Momentaufnahme

Anekdote ist Momentaufnahme © Supay, „Zeitlos“, CC-Lizenz (BY 2.0) / www.piqs.de

Damit der Text nicht zu langweilig und langlebig wirkt, sollten wir Synonyme beim Schreiben einsetzen. Denn es gibt ein Prinzip, das beim Texten und gerade auch für Anekdoten gilt: Eine Pointe, einen Erzähler und Menschlichkeit braucht man, um die Anekdote überhaupt einsetzen zu können und damit Eindruck zu vermitteln. Denn gerade die Pointe ist es, die „Berge versetzt.“ Besonders zur Geltung kommen die Pointen in Kurzgeschichten oder im Humor, aber diese Textgewänder kleiden nicht so oft unseren Alltag wie Webtexte, Produktbeschreibungen, Kolumnen oder Sachtexte.

Die Wortwahl der Anekdote darf auch nicht zu verkrampft herüberkommen und dabei Ecken und Kanten im Text hervorrufen. Denn für den Leser ist es wichtig, nicht zu sehr mit ähnlichen Bedeutungen eines Begriffes überladen zu werden, sondern in einem Fluss der gelesenen Worte deren Inhalt aufnehmen zu können. Deshalb ist die Streuweise so wichtig und zu vergleichen mit der Prise Salz beim Kochen, die auch nicht überdosiert werden darf, denn sonst kommt Ungenießbares dabei heraus. Genau so ist es auch beim Texte schreiben. Das „Teekesselchen“ macht es aus.

Situationscharakter

Die Anekdote muss eine bestimmte Situation wiedergeben oder eben auch den Charakter eines Menschen. Je nachdem, was wir damit beschreiben wollen. Nicht im buchstäblichen Sinne, aber im Übertragenen. Und den verkörpert das „Gleiche“ schließlich. Denn ein anderes Wort für Synonym ist die Anekdote und somit haben Sie gerade, ohne es zu bemerken, schon die ganze Zeit ein Beispiel bekommen und verstehen trotz der unterschiedlichen Worte dennoch, was ich sagen will.

Die scharfe Momentaufnahme aus der richtigen Perspektive hat es in sich. Man darf nur nicht personalisieren, denunzieren oder heroisieren. Denn nicht zu vergessen ist auch, dass die Anekdote ein literarisches Genre ist. Daher hat sie bemerkenswerte und charakteristische Begebenheit zur Grundlage und soll zum Teil die Alltagssprache möglichst kurios oder witzig wiedergeben.

Der Begriff des „Ähnlichen“ stammt übrigens vom Historiker Prokopios von Caesarea aus dem 6. Jahrhundert. Und dieser versuchte auch schon, die zufälligen Äußerungen auf den Punkt zu bringen und Wahres oder Erfundenes aufzuzeigen.

Was kann die Anekdote noch?

Bei uns Textern ist es ganz wesentlich, dass wir dem Text durch ähnliche Wirkung eine sehr knackige Frische verleihen und ein Kompetenzgefühl vermitteln. Denn der Leser will sichergehen, dass es sich gelohnt hat, die Worte bis zum Schluss zu verfolgen und er das Wissen, dass er erlangen wollte, erweitern konnte oder erhalten hat.

Es geht also um das richtige Beigemisch der dichterischen Erzählung. Durch die Anekdote können sich die Texte letztlich zielorientiert verwandeln und den Leser überzeugen. Das ist das Konzept des Texters und seiner einzigartigen Lösung, jeden Text individuell zu machen. Denn die Besonderheiten müssen herausspringen und hervorgehoben werden, damit am Ende ein besonderes Gemisch entsteht.

Wenn Sie also gerade am Anfang des Berufes stehen, wird es noch nicht so schnell gehen, als wenn Sie denn schon ein Jahr texten. Später wird Ihnen das Anekdoten schreiben leichter von der Hand gehen. Aber so ist es in jedem Berufsbild, denn aller Anfang ist schwer. Und zum Schluss sind Sie selbst manchmal überrascht, was für ein toller Text als Ergebnis herausgekommen ist.

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