Auf präzise und klare Ansagen in Briefings bestehen

Es gibt Kunden, die genau wissen, was sie wollen und es gibt Kunden, die um den heißen Brei herumreden oder von einem Projekt noch keine genaue Vorstellung haben. Es ist in Ordnung, wenn man sich zunächst Ideen holen und sich dazu informieren möchte, welche Perspektiven man hat und welches Potenzial in einem Projekt steckt. Tritt dies aber vermehrt auf, verliert man damit nur Zeit.

Es ist Zeit zu handeln. Denn erst dadurch lassen sich Facetten aufdecken, die man zuvor nicht bedacht hat. Eine gute Planung ist zwar essenziell, aber manchmal kann zu viel Planen und zu viel Nachdenken auch in die Irre führen. Mit meinen Kunden schreibe ich gerne per E-Mail oder telefoniere. Dabei ist es wichtig, dass alle Punkte klipp und klar festgelegt sind und auch das Miteinander locker vor sich gehen kann.

Das bedeutet, dass die Anforderungen in einem Briefing klar dargestellt werden müssen, aber auch die eigenen Anforderungen, die man persönlich an den Kunden stellt, nicht mit Kompromissen begleitet sein dürfen. Was heißt das im Klartext?

Klare Ansagen sparen Zeit

In jeder Branche spricht man gerne Klartext. Als Texterin frage ich zunächst immer nach der Wortlänge, den Keywords, die in den Text eingebaut werden sollen und wie sich die Zielgruppe zusammensetzt. Die Zielgruppe ist vor allem das, womit sich bisher nur wenige auseinandersetzen möchten, dabei kennen die Kunden ihr Produkt und ihre Dienstleistungen nach wie vor am Besten. Natürlich darf auch die Grundaussage nicht fehlen, die mit den Texten vermittelt werden möchte. Bei umfassenden Webprojekten gibt es auch einen Fragebogen, der durch den Kunden ausgefüllt werden muss.

„Mach einfach mal“ ist ein Satz, den ich sehr ungern höre. Denn das ist eine der Ansagen, die nicht nur unklar, sondern ohne präzise Anweisung sind. Natürlich freue ich mich immer wieder, wenn ich freie Hand erhalte und mich in meiner Kreativität und dem Texte schreiben, nach Belieben austoben kann, aber gefällt das Ergebnis dann nicht, muss nicht automatisch der Texter schuld sein – oder nicht nur. Sehen wir Texter, wie es im Kopf des Kunden oder Auftraggebers aussieht? Natürlich nicht. Wir können es erahnen.

Das Gleiche trifft auf verspätete, nicht komplette Informationen oder Freigaben zu, die nicht nur den Arbeitsfluss stören, sondern auch Kapazitäten auffressen, die ich als Texterin auch anderweitig einsetzen würde. Natürlich versuche ich stets meine Arbeiten so abzuliefern, dass sie in etwa die Vorstellungen des Kunden treffen, aber das ist unmöglich, wie Sie sich sicher denken können. Es ist niemals ausgeschlossen, dass man als Texterin nicht gleich ins Schwarze trifft, sondern an einem Text noch ein- oder zweimal feilen muss, bis das Ergebnis tatsächlich gefällt. Auch ist nicht jede Anweisung immer gleich hundertprozentig klar, also muss nachgefragt werden.

Die Mitarbeit des Kunden muss gegeben sein

Auch wenn ich beim Texte schreiben unterstütze, die Recherchearbeit übernehme und mir die Zeit zum eigentlichen Schreiben und Lektorieren nehme, so heißt das nicht automatisch, dass keine Arbeit mehr für den Auftraggeber übrig bleibt.

Als Texterin übernehme ich einen Teil der Arbeit, damit man sich seine eigene Zeit sparen und diese produktiv für andere Dinge einsetzen kann. Der Auftraggeber ist aber trotzdem nicht davor gefeit, etwas mitzuhelfen oder mit den Texten weitere Arbeitsschritte vorzunehmen. Daher sollte auch jeder Texter eigene Anforderungen an Kunden stellen und sich überlegen:

– Was brauche ich von meinem Kunden, damit ich gerne mit ihm arbeite?
– Was brauche ich von meinem Kunden, damit ich einen guten Job machen kann?
– Was brauche ich von meinem Kunden, damit ich einen Text abliefern kann, der die gewünschten Ergebnisse bringen kann?

Jedem sind dazu verschiedene Anforderungen wichtig. Daher gibt es auch keine Standardliste – selbst nicht, wenn man in der gleichen Branche arbeitet. Auch jeder Texter arbeitet nach anderen Prinzipien und Philosophien. Aber in einem können wir uns alle einig sein: Das Ergebnis ist nicht nur von uns Textern abhängig, sondern auch von unseren Kunden und Auftraggebern.

Helfende Hände

Bildquelle: LeonArts.at / Foter / CC BY-ND

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