Bloggen ist nicht kompliziert, sondern einfach

Simplicity

Simplicity © TheAlieness GiselaGiardino²³ / Foter / CC BY-SA

Naja, das kommt immer auf das Auge des Betrachters an, wie man so schön sagt. Sich geeignete Themen zu überlegen, einen Contentplan aufzustellen und lesenswerte Inhalte zu erzeugen, ist ein Prozess, der an eine eindeutige Reihenfolge gekoppelt ist und auch Zeit kostet. Aber ist es nicht so, dass nur wir Texter, Autoren und Journalisten bloggen können. Auch in der eigenen Freizeit wird natürlich gebloggt – sei es über Bücher, bestimmte Interessen oder man widmet sich einem Lieblingskünstler, Musiker oder einer anderen Berühmtheit, die man verehrt.

Wie der Name „Weblog“ schon sagt, ist das Bloggen eine Art Journal, das man führt und große Ähnlichkeit mit einem Tagebuch hat. Nur bewahrt man diese Inhalte nicht nur für sich selbst auf, sondern teilt seine Gedanken im Internet und mit seinen Bloglesern. Inzwischen hat sich der Begriff gewandelt und zu einem Werkzeug des Content-Marketings entwickelt, das zur Suchmaschinenoptimierung und als ein Mittel zur Kommunikation angewandt wird.

Was zuvor als so einfach dargelegt wurde, ist für den einen oder anderen eine wahre Tortour.
Nun glücklicherweise für mich: Denn ohne das, wäre es mir wohl nicht möglich, damit Geld zu verdienen … 😉

Aber was ist denn das Problem?

Webseiteninhaber, die mit Ihren Inhalten, ein Teil ihres Wissen zurückgeben und andere daran teilhaben lassen möchten, zermartern sich das Gehirn, wie Sie mit dem nächsten Blogbeitrag in das Herz der Nutzer und Leser treffen können. Oder sie machen eher das Gegenteil: Widmen sich anderen Aufgaben und das Bloggen bleibt auf der Strecke, weil es ihnen zu kompliziert und aufwendig erscheint, eine Strategie zum Bloggen zu entwickeln. Aber steigert man sich hier nicht zu sehr hinein und macht die ganze Angelegenheit komplizierter, als sie tatsächlich ist?

Welche Taktiken sollten beherzigt werden, um das Bloggen einfacher zu gestalten?

Eine Aussage, eine Idee und einen Blogpost

Nicht alles, gehört in einen Blogpost. Das ist eine Regel, die sich jeder, der bloggt hinter die Ohren schreiben muss. Das bedeutet auch, dass man nicht zu viel von seinem Wissen preisgeben oder in einen einzelnen Blogpost packen muss. Dabei ist es sehr leicht, in die Falle zu tappen und sich in seinen Wörtern zu verlieren, mehrere Stunden an einem Beitrag arbeitet.

Das Grundthema sollte man sich daher als Erstes überlegen und festlegen, bestimmen, was man sagen möchte. Während des Schreibens muss man aber auch dabei bleiben. Ein wenig Abschweifen ist in Ordnung, aber darf man sich nicht dazu verleiten lassen auf diese kleinen Nebenwege zu intensiv einzugehen. Diese gehören dann in weitere Artikel.

Nicht jeder Blogbeitrag schlägt ein wie eine Bombe!

Ein einzelner Blogpost kann viel bewirken, sich sogar viral verbreiten. Aber trifft das nicht auf jeden Artikel zu. Ebenso erkennt man seine Kraft erst im Nachhinein, wenn dieser genau die Sprache spricht, die die Nutzer verstehen. Viele Besucher folgen, beispielsweise über Social Media, auf den Blog und verschaffen diesem außerordentlichen Traffic. Doch gibt es keine Garantie, dass es immer so der Fall sein wird. Daher sollte man sich auch nicht darauf verkrampfen.

Diese Artikel geben einem Blog entscheidende Würze, aber stellen sie nicht die Hauptzutat dar. Gewöhnlich sind das Posts, die eine lange Liste oder ein lustiges Video enthalten. Aber immer wieder solche Beiträge zu konzeptionieren, ist nicht nur anstrengend, sondern kann die Kraft des eigenen Blogs sogar schwächen, wenn es übertrieben wird.

Denn dann fehlt natürlich eines: qualitativer Content, der es wert ist, gelesen zu werden! Listen und Videos gehören in die Mischung, aber sind sie nicht der Hauptantrieb für einen ordentlichen Blog.

Mehrere Redakteure können unterstützen, aber dürfen sie nicht aufhalten

Zu viele Hierarchien haben die Tendenz zum Langziehen. Wenn zu viele Teammitglieder einen einzelnen Blogpost absegnen müssen, ist sehr viel Vorlaufzeit einzurechnen. Je mehr Augen einen Beitrag zu Gesicht bekommen, desto mehr Meinungen treffen aufeinander, was natürlich ein gutes Feedback für den jeweiligen Autor sein kann. Zu viele Meinungen können einen Artikel auch komplett über den Haufen werfen und die Angelegenheit komplizierter gestalten. Also lieber auf weniger Entscheidungsträger setzen.

Perfektionismus ablegen

Das ist auch etwas, dass als Texter sehr schnell gelernt werden muss. Blogbeiträge sind niemals perfekt und müssen es auch nicht sein. Natürlich sollte ein Beitrag nicht unbedingt mit einem Haufen Rechtschreibfehlern behaftet sein oder von Grammatikfehlern strotzen. Aber gelangt ein Nutzer auf Ihren Blog, erwartet er nicht Perfektion, sondern Information, die gut recherchiert ist und von Wahrheit zeugt. Ebenso macht es den Blog automatisch persönlicher und der Leser kann selbst sehen, dass alle Beiträge eigenhändig gepflegt werden – selbst wenn dieser über einen solcher Fehler tatsächlich einmal stolpern sollte.

Ist ein Beitrag geschrieben und es geht an das Korrekturlesen, reichen zwei Lesungen meist aus. Ebenso unterstützt die Duden Rechtschreibprüfung, die man in seinem Schreibprogramm integrieren kann. Was ich abschließend immer wieder gerne verwende, ist der TextInspektor von Stefan Gottschling, der kostenlos einen Text nach Verständlichkeit prüft und dazu nach Textsorte, Zielgruppe und Altersgruppe Unterschiede zieht. Es ist zwar nur eine allgemeine Version, aber zeigt er trotzdem Ansätze auf, wie verständlich ein Beitrag auf bestimmte Leser wirkt. Es ist ein Werkzeug, dass auch Nicht-Texter für sich verwenden können.

Eine Stütze ist es ebenso, wenn ein Beitrag mehrere Stunden oder Tage liegen gelassen wird und anschließend ein finaler Korrekturdurchgang unternommen wird. In der Zwischenzeit können sich Aspekte auftun, die man bisher nicht bedacht hatte. Aber ist das natürlich auch nicht immer möglich.

Nicht zu viel Zeit mit Messen und Testen verbringen

Wie ein Blogbeitrag bei den Lesern ankommt, ist ein wichtiger Indikator dafür, wie weitere Beiträge gestaltet sein sollten. Dazu gibt es verschiedene Statistikzahlen, die zurategezogen werden können. Zwar sind die Messungen aus Analyse-Programmen, die Social Media Shares mit einschließen, bedeutsam, aber ist es dennoch nicht die Hauptaufgabe beim Bloggen. Daher sollte man seine Zeit sinnvoll einsetzen und dem Schreiben an sich genug Priorität geben. Wenn ein Blogpost beispielsweise einen bestimmten Zweck erfüllen soll, also auf eine Anfrage per Email oder auf einen direkten Verkauf eines Ebooks oder anderen digitalen Mediums abzielt, ist es sinnvoll die Conversionraten näher im Auge zu behalten, die Anzahl der Retweets sind dann aber eher nebensächlich.

Wortlänge ist nicht entscheidend

Ein Beitrag ist so lange, wie er eben sein muss, die Grundaussage zu vermitteln. Untersuchungen und Studien zeigen zwar auf, dass längere Blogartikel – um die 1.500 Wörter – intensiver gelesen werden und mehr Tweets wie auch Likes mit sich bringen können, als vergleichsweise kürzere Posts. Aber heißt das nicht, dass jeder Blogartikel immer diese Wortanzahl haben muss.

Je länger ein Artikel ist, desto mehr Zeit braucht es, um diesen zu schreiben. Noch dazu kostet es Energie und Einsatz. Fortwährend lange Beiträge zu schreiben, lenkt Sie ab, sich anderen Aufgaben Ihres Geschäfts zu widmen. Gelegentlich einen derart langen Artikel zu verfassen und im Blog zu veröffentlichen, gehört natürlich in einen guten Blogmix, aber immer wieder einen langen Beitrag zu schreiben, macht das Bloggen unnötig kompliziert. Zwingen Sie sich also nicht immer dazu.

Den perfekten Veröffentlichungsrhythmus gibt es nicht

Das Leben ist nicht perfekt, man selbst ist es auch nicht. Daher gibt es auch nicht den perfekten Rhythmus zum Veröffentlichen von Artikeln. Immer wieder kann es passieren, dass ein Projekt Ihre volle Aufmerksamkeit bedarf und das Bloggen in den Hintergrund gerät. Es erwartet niemand, dass Sie täglich einen neuen Artikel verfassen. Kontinuität ist zwar wichtig, aber wenn die Beiträge an Power verlieren, merken das auch die Leser.

Jeden Tag einen neuen Blogpost zu veröffentlichen, ist die Idealform, aber ist nicht die Regel – selbst bei redaktionell geführten Online-Magazinen. Aber 1-2mal pro Woche ist ein gute Lösung, um die gute Qualität der Beiträge aufrechtzuerhalten und Ihren Lesern etwas anzubieten, wenn diese auf Ihrem Blog vorbeischneien.

Mit welchen Problemen werden Sie sonst noch beim Bloggen konfrontiert? Wo erscheint Ihnen selbst das Bloggen zu kompliziert? Äußern Sie sich dazu in den Kommentaren.

 

Bildquelle: „Simplicity“ ©  TheAlieness GiselaGiardino²³ / Foter / CC BY-SA

Print Friendly
Stichworte:

Ein Gedanke zu “Bloggen ist nicht kompliziert, sondern einfach

  1. Pingback: Wissens-Schatz Social Media: 04.10.2013 - B2N Social Media Services, Beratung, Bremen