Durch Feedback und Kritik kann ein freier Texter sich verbessern

Auch Texter brauchen Feedback

Auch Texter brauchen Feedback © JiSIGN – Fotolia.com

Feedback und Kritik liegen oftmals sehr nah beieinander. Besonders wenn man gerade damit beginnt, sich als freier Texter selbstständig zu machen und sich der schreibenden Kunst widmet, läuft im Geschäftsalltag nicht immer alles rund. Denn auch Texter müssen sich Auftraggeber suchen, mit denen sie gut zusammenarbeiten können.

Das ist es, was das Arbeiten entspannt gestaltet. Trotzdem kommt man nicht immer umhin Kritik zu üben – oder ist es doch ein Feedback?

Nicht auf Anhieb klappt eine Zusammenarbeit so, wie man sie sich vorstellt. Manchmal kann es vorkommen, dass man sich erst zusammenraufen muss und bestimmte Resultate nicht den Vorstellungen entsprechen. Kritik ist nur eine Seite der Medaille. Das Feedback ist eher, was sehr gerne angenommen wird – dennoch haben viele von uns verlernt, es zu verteilen und auch anzunehmen.

Der Unterschied zwischen Feedback und Kritik

Als Texter ist man ständig dabei, sich weiterzuentwickeln – nicht nur im Schreibstil und in der Technik des Schreibens, sondern auch das eigene Spezialwissen wächst. Am Meisten lernen wir natürlich, wenn wir die Gelegenheit erhalten, die Meinung des Auftraggebers zu hören. Natürlich ist es das positive Feedback, dass man als freier Texter gerne hören möchte. Aber ist es auch nicht immer möglich, alle Vorstellungen des Auftraggebers zu treffen.

Dennoch herrscht ein Unterschied zwischen Feedback und Kritik. Unter Kritik versteht man gewöhnlich einen Vergleich der erbrachten Leistung anhand von Maßstäben, die mit tadelnden Worten verbunden sind. Man weist auf die vermeintlichen Minuspunkte oder Fehler hin, die mit den eigenen Vorstellungen widersprechen.

Feedback hingegen ist eine bewertende oder ausgleichende Aussage über eine Aktion, ein Event oder einen Vorgang und wird vorwiegend positiv aufgenommen, wenn die Vorstellungen übertroffen oder eingehalten werden konnten. Feedback kann sowohl positiv als auch neutral ausfallen. Wird es hingegen negativ, nimmt man das Feedback eher als Kritik auf und die Scheuklappen werden ausgefahren.

Dennoch ist auch Kritik wichtig. Das Wichtigste ist, diese gekonnt zu „verpacken“.

Warum brauchen freie Texter Feedback?

Für einen Texter ist Feedback oder eine Rückmeldung sehr wichtig. Man ist künstlerisch tätig und versucht mit seinen Worten die Wünsche des Kunden zu erfüllen, um damit für ein positives Gefühl zu sorgen, was wiederum in neuen Aufträgen resultieren kann – zumindest ist das die Vorstellung für beide Seiten.

Wird ein Kunde oder Auftraggeber mit einem positiven Gefühl zurückgelassen, besteht viel eher die Möglichkeit, dass ein weiterer Auftrag folgt. Denn die regelmäßigen Auftragskunden sind es, die für einen Texter sowie für jeden Freiberuflicher oder Selbstständigen am Wertvollsten sind und es ermöglichen, dass man sich weniger auf die Kundenakquise konzentrieren muss. (Das heißt aber nicht, dass man in beschäftigten Zeiten die Kunden- und Kontaktpflege beiseite schieben sollte!)

Durch das Feedback erhält man als Texter auch die Rückmeldung, dass man sein Schreibtalent und seine Kenntnisse auf richtige Weise eingesetzt hat. Das bedeutet wiederum, dass die Mühen, die man beispielsweise in ein Studium oder in eine Weiterbildung gesetzt hat, Früchte tragen. Aber auch danach lernt man als Texter niemals aus.

Die Reaktion ist das Entscheidende

Feedback oder Kritik anzunehmen und daraus zu lernen, ist zuweilen nicht leicht. Denn im perfektionistischen Deutschland macht beides sogar Angst und es fällt schwer, es auf die richtige Weise anzunehmen. In den USA ist das komplett anders, denn dort wird aktiv dazu nachgefragt und Feedbackbögen verteilt, um das Verbesserungspotenzial zu erkennen. Doch hierzulande ist  daraus resultierende Kritik zumeist wie Feuer, an dem man sich verbrennen kann. Aber kommt es nicht nur darauf an, diese richtig anzunehmen, sondern auch auf effektive Weise auszusprechen.

Feedback und Kritik richtig zu kommunizieren, ist ein Problem, dass in Deutschland immer noch große Bedeutung hat. Doch sollte man sein Anliegen stets mit einer Lösung präsentieren und aufzeigen, welche Vorgehensweise vorteilhafter erscheint. Ebenso ist es wichtig, sehr genau in seinen Ausführungen sein, damit derjenige, der die „Kritik“ erhält, erkennen kann, was das Problem ist, was er besser machen kann.

Darüber hinaus sollte die Kritik nicht einem Lob folgen oder sich generell damit vermischen. Denn mit dem lieben „aber“, dass nach einem Lob folgt, wird dieses entwertet. Das Lob wird dann nicht mehr als solches wahrgenommen, sondern verwandelt sich in etwas Negatives. Mit der Kritik muss auch Gelegenheit gegeben werden, dass man entsprechend reagieren kann. Wenn man nicht genau verstanden hat, was mit der Kritik gemeint war, sollte man sich auch nicht davor scheuen, nachzufragen. Nur dann kann daraus gelernt werden.

Am Besten ist es, gleichzeitig eigene Vorschläge vorzubringen und dann zur Kritik Stellung nehmen. Übernehmen Sie aber nicht automatisch die „Gewohnheit“, sich rechtfertigen zu wollen. Die Sätze wie „Ja, aber …“ gehören hier nicht hin, sondern erklären Sie Ihrem Gegenüber, was Sie zukünftig besser machen können.

Nach wie vor ist nicht jede Kritik auch gerechtfertigt. Dies geschieht zum Beispiel, wenn einer Kritikaussage sogleich eine Frage folgt. In der Regel geht man dazu über, nur die Frage zu beantworten, die negative Aussage aber offen im Raum stehen zu lassen. Dadurch wird aber nicht die Kritik tatsächlich angesprochen, sondern ignoriert. Gehen Sie stattdessen zuerst auf die Aussage ein, anschließend bleibt immer noch Zeit , um sich mit der Frage zu beschäftigen.

Wenn Sie mit der Leistung eines Freiberuflers oder Dienstleisters nicht zufrieden sind, wie äußern Sie diese Kritikpunkte? Oder gehen Sie sehr oft dazu über, das Feedback – sei es positiv oder neutral – wegzulassen und vorwiegend Kritik zu üben? Oder wie reagieren Sie auf Feedback oder auch Kritik?

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