Hören Sie im Kundengespräch sehr genau hin!

Es gibt keine dummen Fragen

Es gibt keine dummen Fragen © Angela Parszyk / pixelio.de

Texter, Webdesigner, SEOs und noch viele mehr – alle leben sie im Web 2.0 und philosophieren über die Möglichkeiten des Internets, das Content-Marketings und die Gestaltungsmöglichkeiten zur Unternehmens-Präsentation und Kundengewinnung. Aber was ist mit den anderen?

Besonders als Dienstleister oder Freelancer, der sein täglich Brot über das Internet verdient, muss sich selbst gegenüber seiner Kunden und Auftraggeber ein wenig sensibilisieren und sehr behutsam mit Ihnen umgehen. Denn nicht jeder ist damit aufgewachsen, sondern hat sich eher notgedrungen damit auseinandergesetzt.

 

 

Nicht jeder ist im Internet Zuhause

Lady Merkel hat es letztens mal wieder bewiesen und das Internet als #Neuland bezeichnet. Kaum hatte sie dies ausgesprochen, wurde dieser Ausdruck im „Neuland“ breitgetreten, besonders gespürt hat man dies in Twitter und in anderen sozialen Netzwerken. Dass diese Behauptung nun auch noch vor dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama losgetreten wurde, könnte dem Einen oder Anderen vielleicht peinlich sein. Fremdschämen war angesagt.

Man sollte aber bedenken, wie gekonnt Obama die sozialen Netzwerke nutzt und sogar einen Newsletter auf der Seite des White House anbietet. Aber in den USA ist man uns ohnehin in vielen Dingen voraus. Trotzdem wird sich Barack Obama wohl kaum mit dem Contentplan seines Blogs beschäftigen. Bei ihm ist es auch vielmehr die Sympathie, die ich bei ihm immer wieder spüre, wenn ich mir seine Reden auf YouTube ansehe. Angela Merkel könnte sich davon ruhig etwas abschneiden, ihre Wahlkampagne könnte es auf jeden Fall brauchen.

Aber weiter im Text: Als Gegenwärtiger Bewohner des Neulands vergisst man sehr gerne, dass es noch andere Menschen gibt. Und zwar jene, die nicht im Internet geboren wurden, sondern dieses vielleicht sogar verfluchen und sich viel mehr mit dem „realen“ Leben beschäftigen. Mehr wie Emails und gelegentliches Surfen im Internet ist dann nicht drin.

Auch besteht mein privater Freundeskreis hauptsächlich aus Personen, die eher weniger mit dem Internet am Hut haben. Aber sind sie dadurch nicht weniger meine Freunde. Sondern sehe ich das eher als einen Segen. Sie helfen mir, sensibler mit diesem Thema umzugehen, nicht sofort mit Fachausdrücken um mich zu werfen, sondern einfühlsam zu bleiben und alle Aspekte so einfach wie möglich zu erklären – das ist aber auch nicht immer ganz einfach, wenn die Fachausdrücke zum Beispiel so stark mit einem verwurzelt sind. Umgekehrt geht es mir auch, wenn meine Freunde dann über Themen sprechen, zu denen ich zum Beispiel überhaupt keine Ahnung habe. So bleibt es wenigstens schön vielseitig.

Was hat das jetzt mit der Handhabung von Kundengesprächen zu tun?

Es ist eine Tatsache, dass nicht jeder Webseitenbetreiber über SEO und dem Wirken eines Texters Bescheid weiß. Das ist Fakt. Als freie Texterin werde ich dann gefragt: „Was bringt mir das, wenn ich Sie beauftrage?“ Eine berechtigte Frage, aber diese kommt erst später im Gespräch auf. Dass aber selbst ein lokaler Handwerker nun eine Webseite braucht, ist auch den nicht Internetversierten inzwischen klar. Dann ist es meist selbsterklärend, aber trotzdem teilweise auch nicht. Grundlegend nimmt ein Texter Ihnen die Kommunikation über Ihre Webseite ab. Denn das Texte schreiben liegt nicht jedem, ist vielleicht mehr verbal versierter oder ist sich nicht sicher, wie er seine Kunden und Interessenten ansprechen soll, welche Worte zu wählen sind und welche Themen die eigene Zielgruppe interessieren, um diese im Blog zu behandeln.

Meist sind diese Webseitenbetreiber schlichtweg überfordert, wollen an sich nur, dass die Kunden zu ihnen kommen und Ihre Produkte oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Aber wie in einem Ladengeschäft ist es mit einer Webseite nicht. Hier müssen die Inhalte überzeugen, die richtige Sprache sprechen und die Webseitenbesucher müssen spüren, dass Sie vom Fach sind. Dennoch kommt man als Webseitenbetreiber irgendwann auch mit der Suchmaschinenoptimierung in Berührung. Dann fängt es erst richtig an, dass die Fragezeichen immer mehr werden. „Was sind SERPs?“ oder „Was hat es mit der organischen Suche auf sich?“ All das ist für die Webseitenbetreiber #Neuland. Selbst wenn wir Internetbewohner es nicht wahrhaben wollen oder es gerne verdrängen, es spricht nicht jeder die Sprache des #Neulands.

Also heißt es für uns im Besonderen, dass wir uns wieder auf die Einfachheit zurückbesinnen, genau hinhören, wie sich der Wissensstand des jeweiligen Interessenten oder Kunden verhält und sensibilisiert als auch geduldig auf die Fragen oder auch „Nicht-Fragen“ des Kunden eingehen und selbst Fragen beantworten, die sich dieser vielleicht in Gedanken stellte, aber nicht traute, auszusprechen. Es ist leider wahr: Als Texter, Webdesigner oder SEO muss man sehr einfühlsam vorgehen und sogar versuchen, Gedanken zu lesen.

Print Friendly