Kalkulieren Sie Ihre Preise und vertreten Sie diese konsequent!

Eigene Preise kalkulieren und konsequent vertreten

Eigene Preise kalkulieren und konsequent vertreten © Thorben Wengert  / pixelio.de

Noch vor Beginn der Selbstständigkeit, also wenn es daran geht, den Businessplan aufzustellen, ist einer der zentralen Punkte, den eigenen Stundensatz als Neu-Selbstständiger zu kalkulieren. Doch wie erhält man die richtige Preisvorstellung? Ist der eigene Stundensatz zu hoch oder zu niedrig? Könnte man unter Umständen auch mehr verlangen?

Um den Stundensatz zu errechnen, ist es von Vorteil, wenn Sie Ihre Betriebsausgaben kennen. Bricht man die ungefähren Stunden auf das Jahr herunter, ziehen Sie auch einen Anteil für die üblichen „Nebentätigkeiten“ ab (nicht die ganze Zeit kann man sich um seine Aufträge kümmern – auch Tätigkeiten wie Administration, Buchhaltung und das Marketing müssen erledigt werden). Daraus errechnen Sie dann den ungefähren Durchschnittspreis pro Stunde, der den Mindeststundenlohn eines Selbstständigen darstellt.

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert!

Doch viele Selbstständige – besonders frischgebackene – verlangen oft einen viel zu niedrigen Stundensatz oder ein Honorar, das nicht mal im Ansatz die Ausgaben deckt oder die Existenz sichern kann. Zum anderen sind es die Marktpreise, die einen Einfluss auf die eigene Preisbildung hat.

Auch wenn man einen guten Stundensatz kalkuliert hat, kann das wiederholte Verhandeln nach einiger Zeit ganz schön nervig werden. Dabei kommt es ebenso darauf an, wie man seinen Stundensatz vertritt. Spricht man sein Honorar oder seinen Stundenpreis nicht souverän und selbstsicher aus, wittern die Kunden oder Auftraggeber oftmals die Möglichkeit zur Verhandlung. Doch darf man – auch in solchen Fällen – nicht gleich so schnell Kleinbei geben.

Natürlich möchte man sich, als frischer Selbstständiger, baldmöglichst am Markt etablieren und wiederkehrende Kunden gewinnen. Da neigt man sehr schnell dazu, den Preis zu reduzieren, weil man unbedingt einen Auftrag haben möchte. Doch das zeigt Ihrem Kunden auch, dass er leichtes Spiel mit Ihnen hat und Sie möglicherweise noch weiter runterdrucken kann.

Qualität bringt Sie weiter – bleiben Sie standhaft!

Es ist nicht immer so, dass Kunden nur nach dem Billigsten suchen. Auch als Texterin erhalte ich oftmals Anfragen oder Preisvorstellungen von 1-1,5 ct das Wort für 1-Seiten-Artikel. Das ist dann etwas für Texter, die neben einem Hauptjob mit dem Schreiben Geld verdienen möchten – die das Texten also nur nebenbei ausführen möchten. Anfangs habe ich das natürlich auch gemacht, um mich mehr mit SEO-Texten vertraut zu machen.

Doch sehr schnell wurde klar, dass man von solchen Aufträgen nicht bestehen kann. In vielen Internetportalen, die Texterdienstleistungen anbieten, findet man aber keine höheren Honrare. Diese Internetportale sind aber keineswegs etwas Schlechtes. Im Gegenteil, sie bieten eine sehr gute Möglichkeit, etwaige freie Kapazitäten gelegentlich zu füllen, neue Themen zum Schreiben auszuprobieren, oder sich generell im Schreiben von Texten zu schulen.

Wenn man Qualität anbietet, sollte man auch diesen Standpunkt immer wieder in Erinnerung rufen. Sie und Ihre Leistungen sind es wert, dementsprechend bezahlt zu werden! Mittel- und hochpreisige Honorare und Stundensätze werden auch bezahlt! Ein Stückchen kommt es darauf an, auf welche Art man seinen Stundenhonorare präsentiert und wie überzeugt man selbst von seiner Dienstleistung oder seinem Handwerksgeschick ist.

Besonders wenn Sie in Gegenwart des Kunden Ihr Honorar nennen, gilt es, beim ersten „Augenbrauenheben“, nicht gleich mit dem Preis herunterzugehen. Das macht Sie Ihrem neuen Kunden gegenüber eher unglaubwürdig, als dass es Ihnen den Auftrag verschafft. Noch konsequenter können Sie Ihren Stundensatz „verteidigen“, wenn Sie genau begründen können, warum ein Stundensatz vielleicht etwas höher ausfällt, als der eines Konkurrenten oder Kollegen. Dann können Sie meist schon überzeugen und dem potenziellen Auftraggeber bleibt keine Chance am Preis weiter zu rütteln.

Das schützt Sie zwar nicht vor Absagen oder davor, dass Sie den Auftrag am Ende doch nicht bekommen. Doch gibt es Ihnen die Gewissheit, dass es Ihrem potenziellen Auftaggeber nicht wert ist.

Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit damit, sich dann Vorwürfe zu machen. Mit einer der nächsten Anfragen erhalten Sie dann den Auftrag, wenn Sie konsequent bleiben – der Erfolg stellt sich schließlich ein, wenn Sie Geduld und Ausdauer beweisen. Seien Sie überzeugt von sich selbst und Ihrer Dienstleistung! Es gibt durchaus Kunden, die gute Qualität zu schätzen wissen, diese gilt es, dauerhaft für sich zu gewinnen!

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