Welches Textgenre passt zu mir?

Textgenre nach den eigenen Erfahrungen und Interessen

Textgenre nach den eigenen Erfahrungen und Interessen © BirgitH / pixelio.de

Jeder tut das beruflich, was er am Besten kann, womit er zufrieden ist, woran er Freude findet und was ihm leicht von der Hand geht. Wir alle erlernen unseren Beruf oder optimieren unser Können. Dennoch kann kein Texter, kein Autor, kein Rechtsanwalt und auch nicht jeder Arzt jedes Fachgebiet abdecken, nur weil wir Zertifikate nach dem Ausbildungsabschluss oder Fortbildungsabschluss in der Hand halten, die uns eine Rundum-Berufsbezeichnung in unserem Berufsbild erlauben.

Selbst wenn man sich für den Texter-Beruf entscheidet, weil man seiner Leidenschaft, dem Schreiben, nachgehen möchte, die eigenen Fähigkeiten können nur dann „perfektioniert“ und geschult werden, indem man sich das entsprechende Wissen und Erfahrungen aneignet, um in diesem Beruf bestehen zu können. Also: „Learning by Doing“

„Schuster bleib bei deinen Leisten“

Wir alle spezifizieren uns. So auch der Anwalt, der entweder seine Tätigkeitsschwerpunkte angibt oder als Fachanwalt tätig ist. Ebenfalls der Facharzt oder der Immobilienmakler, der sich auf ein spezielles Genre einrichtet, das er vermittelt.

Auf gleiche Weise ist es nun auch im Texter-Beruf. Nicht jeder Texter kann auch jeden Themenbereich abdecken. Die einen schreiben lieber über Autos, weil sie zuvor eine Ausbildung zur Automobilkauffrau oder zum Automechaniker gemacht haben. Andere kümmern sich um Worte über Pharmazie und Medizinprodukte, weitere um Mode.

Denn eines ist ein Fakt: Der Texter-Beruf unterliegt keiner typischen Ausbildung und daher kommen auch nicht alle Texter aus dem Genre der Werbung oder des Journalismus, so wie auch nicht jeder Politiker Politikwissenschaften studiert hat.

Warum es so wichtig ist, in bestimmten Genres zu schreiben

Damit ein Text nicht holprig wirkt, sich fließend liest und man den roten Faden nicht zu verlieren verspricht, gilt es sich im Genre auszukennen. Daher geben schon viele freiberufliche Texter auf ihrer Webseite an, zu welchen Bereichen sie am Liebsten Texte oder längere Artikel verfassen.

Beispielsweise ist es wichtig, zum Thema Reisen über Orte zu schreiben, an denen man wirklich selbst gewesen ist oder zumindest in der Umgebung. Immer wieder merke ich bei komplexen Reisetexten, dass man sich mit dem Schreiben leichter tut, wenn man sich sicher sein kann, dass das Recherchierte der Wahrheit entspricht und man auch aus seinem eigenen Erfahrungsschatz Worte ziehen kann, um den Artikel mehr Authentizität zu verleihen.

Es macht Einiges aus, wirklich vor Ort gewesen zu sein. Heute kann ich es auch nachvollziehen, wenn in Frauenzeitschriften oder Reisemagazinen der Journalist direkt in den Flieger „gesetzt wird“, um VOR ORT zu recherchieren, eigene Erlebnisse zu schildern, exklusive Fotos zu schießen, die noch nicht im Netz standen und mit Einwohnern vor Ort in Kontakt zu treten.

Nur so entsteht ein exklusiver Text, der einzigartig ist. Wer wirklich ein Reisemagazin kauft, einen Ratgeber oder so wie ich – eine Frauenzeitschrift wegen bestimmter Artikel oder Interviews und Themen – der will, dass ihm etwas geboten wird. Das macht auch die Quote von Zeitungen aus – wer enttäuscht ist, wird nie wieder etwas kaufen und bringt rote Zahlen für den Verlag oder das Druckhaus, weil der rote Faden fehlt.

Daher ist es wichtig, sich ein Genre zu suchen, in dem man sich auskennt. So ist es auch bei dem Stil und bei dem Textgenre an sich, wenn es nicht um Themenbereiche geht, sondern um die Funktionalität eines Textes.

Welche Klasse ist die Richtige für mich?

Auch ist es, für den weiteren Weg, von Vorteil, zu erkennen, was man kann und ob Zeitung oder tägliche lokale Berichterstattung und interviewen das Richtige ist – oder doch lieber das Schreiben für Web und Werbung und hin und wieder einen größeren Artikel für eine Zeitung, das Passende darstellt.

Nicht jeder ist für den Blogartikel, den redaktionellen Bericht, den Slogan oder den Ratgeber geschaffen. Andere schreiben durchgängig Kolumnen, Glossen bis hin zu Artikeln, Shop- und Artikelbeschreibungen und mehr. So ist die Welt des Textens bunter denn je.

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